Im Herzen dieser herbstlichen Symphonie steht Cốm (junge grüne Reisflocken), das weithin als das ultimative essbare Wahrzeichen des Hanoier Herbstes gilt. Hergestellt aus den frischen, milchigen Körnern des jungen Klebreises, wird diese zarte Delikatesse in sorgfältiger Handarbeit durch traditionelle Röst- und Stampftechniken zubereitet. Fest in Lotusblätter gewickelt, um ihren erdigen, botanischen Duft zu bewahren, bietet Cốm eine dezente Süße und eine geschmeidige Textur, die sich hervorragend mit reifen Bananen kombinieren lässt oder neben einer dampfenden Kanne Lotus-Tee unter dem sich gelb färbenden Laub der alten Straßenbäume genossen wird.

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Hanois junge grüne Reisflocken - Cốm (Foto: TITC)

An den malerischen Ufern des Westsees laden die Abende im Frühherbst zu den herzhaften und wärmenden Garnelenkuchen vom Westsee ein. Diese leuchtenden, goldbraunen Garnelenkrapfen bestehen aus ganzen Süßwassergarnelen, die in einen leichten, knusprigen Süßkartoffelteig eingebacken sind. Perfekt frittiert und serviert mit frischen Kräutern der Region, eingelegter Papaya und einer ausgewogenen süß-sauren Dip-Sauce bieten sie ein Zusammenspiel der Texturen, das das glitzernde Wasser und die stimmungsvolle Dämmerung des Sees widerspiegelt.

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Garnelenkuchen vom Westsee (Foto: TITC)

Wenn die Temperaturen nachts spürbar sinken, ziehen sich die Einheimischen in gemütliche Gassenstände zurück, um eine dampfende Schüssel samtigen Schweinerippchen-Brei zu genießen. Hergestellt aus fein gemahlenem Reismehl, das stundenlang mit kräftiger Schweinebrühe und zarten Rippchen gekocht wird, spendet dieses seidige Gericht puren Trost. Garniert mit knusprigen quẩy (frittierten Teigstangen) und einer großzügigen Prise frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer verkörpert jeder Löffel, der von innen wärmt, Hanois seelenwärmende Street-Food-Kultur.

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Schweinerippchen-Brei, garniert mit Hackfleisch sowie getrockneten Schweinefleisch- und Pilzfasern (Foto: TITC)

Abgerundet wird das herbstliche Festmahl durch Hanois traditionelle warmen süßen Dessertsuppen. Im Gegensatz zu ihren eisigen Gegenstücken im Sommer setzen diese herbstlichen Varianten auf reichhaltige, wohltuende Texturen und aromatische Wärme. Spezialitäten wie warme Manioksuppe mit würzigem Ingwer und zähe Klebreisbällchen mit Mungobohnenfüllung, die in einem goldenen Ingwersirup schwimmen, sorgen für einen duftenden, lang anhaltenden Abgang, der den sanften Rhythmus und den zeitlosen Charme der Hauptstadt in ihrer zauberhaftesten Jahreszeit perfekt einfängt.

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Warme süßen Dessertsuppen (Foto: TITC)

Obwohl er das ganze Jahr über serviert wird, nimmt Hanois legendärer Eierkaffee an kühlen Herbstmorgen eine ganz besondere Rolle ein. Das in den 1940er Jahren als Ersatz für die damals knappe Kondensmilch kreierte Getränk basiert auf intensivem, dunklem vietnamesischem Robusta-Kaffee, der von einem dichten, Zabaione-ähnlichen Schaum aus Eigelb und Kondensmilch gekrönt wird. Die reichhaltige, isolierende Schaumschicht speichert die Wärme und macht den Kaffeegenuss zu einem wärmenden Ritual, das man am besten auf einem Balkon mit Blick auf das historische Altstadtviertel genießt.

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Eierkaffee (Foto: TITC)

Der Frühherbst dient als Auftakt zum Mondfest. Historische Bäckereien in der ganzen Stadt stellen traditionell gebackene Mondkuchen und weiche Mondkuchen aus gekochtem Klebreis her, gefüllt mit klassischen Zutaten wie kandierten Melonenkernen, Lotussamenpaste und gesalzenem Enteneigelb. Begleitet von heißem grünem Tee mit Lotusaroma unter dem duftenden Blätterdach blühender Alstonia-Bäume spiegeln diese saisonalen Köstlichkeiten die Ausgewogenheit, das Erbe und die Poesie der herbstlichen Seele Hanois wider.